ein jahr, zwei tage, 12 stunden. ohne dich.
ein jahr, zwei tage und 12 stunden, in denen ich durch die hölle gegangen bin. in denen ich immer wieder zusammenbrach. in denen ich immer weiter heilte.
ein jahr, zwei tage und 12 stunden, in denen ich mich immer wieder frage, ob du inzwischen ehrlichkeit in dein leben gelassen hast, lassen musstest, weil ich es provozierte. oder ob du wie immer mehr kraft und zeit auf blumige ausreden und geschichten verwendet hast, um deine fehler zu kaschieren.
ein jahr, zwei tage und 12 stunden, nach denen ich mich frage, ob deine kinder inzwischen ihre großeltern kennen und umgekehrt. nach denen ich mich frage, ob du endlich den mut hattest, deinen eltern reinen wein einzuschenken. aber vermutlich hast du es nicht getan. weil du bei diesen dingen immer versagt hast.
du. hast. versagt.
du. bist. ein. versager.
deine eltern hatten recht. du bist das bild im lexikon neben dem wort “versager” und neben “gescheiterte integration”. du bist das bild im lexikon neben “muttersöhnchen”. im brustton der überzeugung und mutig verkündest du hier, dass du auf keinen fall das erbe deines vaters antreten willst. gleichzeitig windest du dich um die entscheidung, deutscher staatsbürger zu werden, um deinen vater nicht vor den kopf zu stoßen und nicht zu riskieren, enterbt zu werden.
respekt. “du musst respekt haben.” waren deine worte immer wieder. aber respekt bekommt man nicht geschenkt, den muss man sich verdienen. darum haben deine eltern keinen vor dir. weil du ihn nicht verdienst. darum wird ihnen nie genug sein, was du bist und wer du bist, weil du nicht wie sie bist. daran können auch ganze wolkenkratzer aus verschwiegenen fakten und lügen nichts ändern. selbst, wenn du so wärest, wie sie dich wollen, hätten sie keinen respekt.
aber das wirst du nicht verstehen. genauso wenig wie du verstehst, was du deinen kindern, ihr und mir angetan hast und vermutlich immer noch antust. weil dein falscher stolz dich davon abhält, deine fehler zuzugeben. weil du unfähig bist, dich selbst zu reflektieren und deine fehler wiedergutzumachen. weil du deine zeit und kraft lieber dafür aufwendest, andere verantwortlich zu machen, damit du im besseren licht dastehst. vor allem vor dir selbst.
du belügst vor allem dich und das seit 35 jahren. vielleicht hast du einfach nie gelernt, wie entspannend es sein kann, ehrlich zu sein. nicht immer etwas verbergen zu müssen. selbst die kleinste notlüge zieht immer einen rattenschwanz an weiteren lügen hinter sich her. hier spielst du den integrierten kurden, bei deinen eltern den braven sohn. hier beklagst du die fehler deiner eltern und begehst sie konsequent selbst. und das, obwohl du seit 12 jahren siehst, dass es anders geht.
du hast versagt.
menschlich. beruflich.
selbst dein job steht auf wackeligen füßen. wenn dort rauskommt, was du alles verschwiegen hast, wäre das locker ein kündigungsgrund. weil du rechtlich relevante fakten verschwiegen hast.
und bei all dem glaubst du immer noch, du wärst der held. hättest ein recht, dich über mein verhalten zu beschweren. verstehst nicht, dass das einzige, was du tun kannst, eine entschuldigung ist. die und vor allem, deine fehler auszubügeln. deine kinder und ihre mutter endlich zu legitimieren. das einzige, was du tun kannst, ist ehrlich sein. und genau das kannst du nicht. weil du ein feiges würstchen bist. du fürchtest die konsequenzen, die deine ehrlichkeit für dich haben könnte mehr, als die konsequenzen, die dein verhalten auf die beiden kinderseelen hat, für die du verantwortlich bist. du bist dir wichtiger als deine kinder.
loser.
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