Verfasst von: kopfgefickt | 6. April 2011

einer dieser tage.

heute ist einer dieser tage, wie ich sie hasse. weil sie von dir bestimmt werden. weil sie damit beginnen, dass ich aufwache und mir wünschte, als erstes in deine augen zu schauen. mir wünschte, deine vertraute stimme zu hören, deinen zärtlichen hände zu spüren, zu spüren, wie du mich in die arme schließt und mich küsst. einer dieser tage, an denen ich mich in einen beliebigen tag unserer ersten drei monate zurückwünsche, in dieses kribbeln, wenn ich dich sah oder nur an dich dachte, dieses ziehen, wenn du nicht da warst und ich wusste, dass ich dich erst am abend sehen würde, das freudige hüpfen meines herzens, wenn du im chat auftauchtest.

aber stop: die ersten lügen und betrügereien fielen ja schon in diese zeit. spätestens nach noch nicht einmal vier wochen hast du mich das erste mal belogen, mir gesagt, du fährst auf eine dienstreise, hast dich von dort nur einmal gemeldet, um mir von den trockenen keksen im konferenzraum zu berichten, hast am tag deiner rückkehr ein treffen abgelehnt und meine enttäuschung und mein unverständnis als übertreibung abgetan. nunja, man könnte dir zugute halten, dass du immerhin nicht an einem tag in zwei betten gevögelt hast, sondern dir einen tag zeit gelassen hast damit. ich bin an diesem wochenende zerflossen vor sehnsucht, hatte mitleid mit dir, dass deine firma dich so in beschlag nimmt. habe allen, die es wissen wollten und auch denen, die es nicht wissen wollten, von dir vorgeschwärmt. erwartete deine rückkehr mit einer sehnsucht, die mir selbst unheimlich war.

heute ist einer dieser tage, an denen ich mir wünschte, ich hätte dich nie getroffen. weil ich dann jetzt nicht an dich denken müsste. weil mein dummes dummes herzchen mir dann nicht einflüstern würde, dass wir uns nichts mehr wünschen, als dass du dich meldest, anrufst. an manchen dieser tage stelle ich mir vor, dass du vor meiner wohnungstür sitzt, mit blumen im arm. oder dass du unter meinem fenster stehst und nach mir rufst. mir eine liebeserklärung machst, die alle hören sollen. und dann fällt mir wieder ein, wie du mich systematisch vor deinen freunden verheimlicht hast. wie du meinen fragen, ob wir uns nicht mal mit denen zusammen treffen wollen, ausgewichen bist. wie du mich dann oft einfach verführt hast, um mir den mund zu verschließen. mir fällt wieder ein, wie oft ich auf dich gewartet habe, weil du unsere treffen eher als lockere vereinbarung denn als termin wahrgenommen hast. und der gedanke kommt, ohne dass ich ihn blocken könnte: wäre ich doch nur… hätte ich doch… warum hab ich nicht?

es ist einer dieser tage, an denen mein herz dir freudestrahlend vergeben würde. wissend, dass der kopf nicht mitspielt, sich aber vom herzen überreden ließe. es ist einer dieser tage, an denen ich weinen möchte. um mich, mein herz, die zeit, um uns, um dich, um mein zerstörtes vertrauen, um meinen stolz, um alles, was ich mit dir verloren habe. unser jahrestag rückt näher. vielleicht liegt es daran. und vermutlich werde ich an diesem tag heulend im bett liegen.

die angst, dir zu begegnen, lässt mich umwege fahren. ich benutze andere buslinien und andere ubahnen. wenn es nicht anders geht, als “deine” wege zu nehmen, schaue ich mich ständig wie ein gehetztes tier um, jederzeit gefasst, dich zu sehen und wissend, dass ich alles andere als darauf gefasst bin. ich bete, dass du nicht in “unseren” club kommst, wenn ich da bin. und ein kleiner splitter in meinem herzen wünscht sich nichts mehr als das. dieser kleine splitter wünscht sich, dass wir einfach nur das gewesen wären, was wir am anfang zu sein schienen. keine lügen, keine betrügereien, keine vorwürfe, kein streit. einfach nur liebe, rosa herzchen überall, die wochenenden im bett verbringen und nur zum essen kurz aufstehen. rumknutschen, bis das kinn von deinen bartstoppeln glüht, rumvögeln, bis wirklich alles wehtut und trotzdem vor glück zergehen. so ein tag ist heute. und ich hasse dich dafür, dass dein bann noch immer wirkt. ich hasse mich dafür, dass ich so schwach bin, ihm zu erliegen. zumindest tageweise.

ich hasse dich dafür, dass du mir das gefühl gibst, das letzte stück wertloser dreck zu sein. dafür, dass du mich gedemütigt hast bis aufs blut. dafür, dass du mir den boden unter den füßen weggezogen hast. dafür, dass ich deinetwegen wochenlang angst vor meinem bett hatte, weil ich nicht schlafen konnte. dafür, dass du dich noch immer in meine träume schleichst. ich hasse dich dafür, dass du mich benutzt hast. dafür, dass du so feige bist, dass dir nicht einmal deine mutter heilig genug ist, um sie nicht für deine lügengebäude zu benutzen. dafür, dass du mir das gefühl gibst, dass meine fähigkeit absolut zu lieben und zu vertrauen ein fehler ist, den ich nie wieder machen darf. dafür, dass ich selbst in seinen armen an dich denken muss. ich hasse dich dafür, dass ich dich so sehr geliebt habe wie noch nie jemanden zuvor in meinem leben. und dafür, dass ich deinetwegen gelitten habe wie noch nie in meinem leben.

heute ist einer dieser tage. aber sie werden seltener.


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