Verfasst von: kopfgefickt | 23. Januar 2010

erstaunlich

…ruhig und gefasst bin ich. erstaunlich sachlich ihm gegenüber. seit mittwoch kamen keine tränen mehr und auch, wenn mir die meldung, dass eine mail von ihm gekommen ist, immer noch das herz in die hose rutschen lässt, so kann ich doch sehr ruhig damit umgehen. wir folgen uns bei twitter nicht mehr und bei facebook habe ich ihn auch gelöscht. einfach, weil ich nicht wissen möchte, was bei ihm demnächst passiert. welche bilder er mit welchen frauen hochlädt oder ob er seinen beziehungsstatus wieder zurück ändert.

ich will auch nicht wissen, ob seine ex jetzt wieder jede seiner statusmeldungen kommentiert. ich möchte an seinem leben nicht mehr teilhaben (müssen). das ist das seltsame an diesem leben 2.0, dass man eigentlich fast immer weiß, was jemand tut, weil er spuren hinterlässt, weil er als online angezeigt wird. früher war es einfach so: getrennt und weg. heute könnte man denjenigen theoretisch noch monatelang stalken und beobachten. wenn man wollte.

meine einzige sorge ist eigentlich: auf seinem handy hatte er mir einen twitteraccount angelegt und ich weiß nicht, ob es den noch gibt. denn wenn es so wäre, dann könnte er alle meine direct messages an andere lesen, in denen es oft um ihn ging (geht). ich glaube eigentlich nicht, dass er das tut, aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich meine neugier da zurückhalten könnte. also vertraue ich auf seinen anstand und gehe davon aus, dass er den account gelöscht hat.

warum  aber bin ich so ruhig? so gar nicht wirklich traurig? lässt es mich kalt? waren die gefühle doch nicht so groß? ich denke, es waren sehr große gefühle und allein die dauer des ganzen und das hin und her haben mich kraft gekostet. soviel kraft, dass mein herz ganz froh ist, dass die zerrerei an ihm nun vorbei ist. andererseits habe ich mit dem gedanken, es zu lassen und aufzugeben schon seit dem jahresende gespielt. die tage bei und mit ihm haben meine gefühle wieder aufgewärmt, allerdings war auch schon vorher ein knacks in der geschichte. soviel, über das ich mich geärgert habe und was mich gestört hat. und als letztes kommt tatsächlich hinzu, dass mein selbstwert gewonnen hat. dass ich gesagt habe: das lasse ich nicht mehr mit mir machen, das habe ich nicht nötig. und es kommt auch endlich langsam der stolz auf mich hinzu. der stolz auf meinen selbstwert, die erkenntnis, dass ich nicht alles mitmachen muss, um die illusion des geliebtwerdens zu erhalten. sondern dass es menschen gibt, die mich um meiner selbst mögen, und nicht, weil ich mich jetzt “richtig” verhalten oder einen test bestanden habe. menschen, die kontinuierlich für mich da sind und nicht nur dann, wenn sie gerade lust darauf haben. menschen, die hinter mir stehen, weil ich ich bin. das tut gut und das tröstet. und die erkenntnis des ganzen ist alles andere als ein babyschritt.


Antworten

  1. vielleicht weil es nie so war, wie es sein sollte
    du warst verliebt, doch es fehlte von anfang an das gewisse etwas..zumindest kam es mir so vor
    wenn man bis über beide ohren verknallt ist und der andere nur bis über ein ohr..
    ich bin trotzdem froh, darüber dass es dir besser geht und du weiter gehst
    warst du eigentlich am Do beim Bäcker? ;-)

    • @marie, nein, aber im supermarkt. zählt das auch? ;)

      @mj: danke, wie immer, schnegge!

  2. nein nein, keine babyschritte – ganz riesengroße schritte!!!! *knuddeldich* und ich bin auch stolz :)


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