Verfasst von: kopfgefickt | 9. Februar 2010

halt mich…

…ist alles, was ich denken kann, wenn ich mich hinlege. so ein bisschen wie in stadt der engel, als nicolas cage als engel in der nacht zu meg ryan kommt und sie hält und sie endlich schlafen kann. ich schlafe ein und wohl auch durch, zumindest wache ich nicht bewusst auf, aber ich bin morgens genauso müde wie abends, wenn ich ins bett gehe. ich bin wie erschlagen, schon bevor ich irgendetwas gemacht habe.

und nach diesem erlebnis mit ihm, als ich nachts nicht einschlafen konnte und er mich unbewusst fest in den arm nahm und ich auf einmal schlief wie ein baby, denke ich bei jedem hinlegen: halt mich. dabei ist es nicht einmal er, den ich mir vorstelle. der, der mich hält, hat kein gesicht und m. ist mir auf einmal so fern, als wären wir uns vor jahren begegnet. es ist so unwirklich, was da zwischen uns war und doch scheint es meine nächte zu bestimmen. meinen schlaf. meine träume.

vielleicht ist es aber auch nur mein überbordender wunsch nach halt, der mir da ein schnippchen schlägt. dieses gefühl, wieder einmal allein gegen das leben ankämpfen zu müssen, mich durchschlagen zu müssen. wenn du dir nicht selbst hilfst, tut es keiner, so ist es nun einmal. um hilfe bitten ist das eine, aber auch mit hilfe steht man letztlich allein vor seinem persönlichen berg. muss sein leben allein regeln. und da wünsche ich mir meinen fels in der brandung, jemanden, an den ich mich anlehnen kann und der mich festhält. einfach nur hält. ohne worte, einfach nur halten. arme, die mir sagen, dass ich nicht allein bin, das nicht allein machen muss, ein sanfter kuss auf mein haar, der mir sagt, “ich bin da, wenn du mich brauchst”. einfach etwas verlässliches, was nicht familie, freund oder haustier ist. sondern ein hafen, in dem ich endlich ankommen kann. wenigstens für eine weile.

bis der allerdings in sicht kommt, werde ich weiter ziellos auf diesem ozean des lebens umherstreifen, ab und zu mit anderen schiffen kontakt aufnehmen und mit ihnen handel und tausch betreiben und ausschau halten nach einem landstrich am horizont.

Verfasst von: kopfgefickt | 31. Januar 2010

nun ja…

das war ein recht stranges erlebnis. ein heulkrampf aus dem nichts, wegen eines filmes ein paar tränen verdrückt und dann nicht mehr aufhören können. hab ich so noch nie erlebt. aber es war reinigend. ich bin zwar fertig wie nix gutes heute, aber ich fühle mich besser. nicht mehr, als würde mir das wasser am augenrand stehen.

ich war wohl einfach zu gefasst in der letzten zeit und es kam auch zu viel wieder zusammen, das ich nicht verarbeitet habe. und dann braucht es wohl, wenn man denn wieder gefühle hat, so ein reinigendes gewitter.

kann man diesen emotionschip eigentlich nachjustieren lassen? so auf halbe kraft vielleicht? damit nicht immer alles auf einmal kommt?

Verfasst von: kopfgefickt | 30. Januar 2010

ist das normal?

ist es normal, einfach so, ohne ersichtlichen grund einen heulkrampf zu bekommen? seit 15 minuten kann ich mich nicht mehr beruhigen, das wasser läuft wie aus schleusen, die nach der regenzeit geöffnet worden sind.

gut, es gäbe gründe genug, objektiv gesehen. aber so rein subjektiv haben die mich in den letzten tagen ja auch nicht zusammenbrechen lassen. und jetzt sitze ich hier und schluchze und heule, als gäbs kein morgen.

ja, die finanzen drücken mal wieder, ja, das herz tut noch weh, ja ich bin unzufrieden mit mir selbst, weil ich nicht in die pötte komme. und ich bin so unglaublich müde. nicht lebensmüde, nein, ich hätte nur einfach gern mal etwas ruhe. etwas frieden. ich wünschte mir, dass mal irgendwas einfach so gut geht, ohne dass ich dafür wieder einen nackenschlag oder einen knüppel zwischen die beine bekomme.

nach acht jahren verliebe ich mich, vermeintlich glücklich, um dann festzustellen, dass der mann kaputter ist im kopf als ich. endlich hab ich einen wirklich guten auftrag an land gezogen und habe keine ahnung, was ich dem als preis anbieten soll. mein säumiger kunde riskiert jetzt für nicht mal 200 euro ein mahnverfahren. im märz wird meine kasse klingeln, aber alles, was ich jetzt an geld bekomme, ist schon verplant und damit ist noch immer nicht alles bezahlt. krankenkasse, steuern, telefon, strom, nächste krankenkasse, nächste steuer, nächster strom…und von irgendwas leben muss ich ja auch.

also wieder um geld bitten. schulden machen. damit dann das, was im märz kommt, wieder direkt verplant ist. und das schlimmste ist: ich bin selbst schuld, weil ich so ausgebrannt bin. weil ich nicht arbeiten kann – mal wieder – und weil ich auch die nase voll habe. mein leben rennt momentan und überholt micht im galopp. und ich stehe keuchend daneben und kann nur noch akzeptieren, was passiert, ausbügeln, was ich in der hand habe.

ich habe tolle menschen um mich rum, aber nicht in diesem moment bei mir. keiner ist da, um mich zu halten und zu trösten, mir die taschentücher zu reichen. sie sind lieb zu mir, ohne frage, und ich weiß es wirklich zu schätzen, aber gerade jetzt würde ich gern bei jemandem im arm liegen, mich an einer echten schulter ausheulen. und ich blöde kuh, aber ja, an seiner schulter. gerade jetzt fehlt er mir so unglaublich. gerade jetzt fällt es mir so unglaublich schwer, sein “meine gefühle reichen nicht aus” zu akzeptieren, weil ich eben weiß, dass es seine angst ist, die ihm das einredet. weil es ein teufelskreis ist, den ich zu gut kenne.

menno…

Verfasst von: kopfgefickt | 27. Januar 2010

erkenntnis via skype

habe ihn vorhin im skype als online entdeckt und einfach mal angeschrieben. immerhin hat er noch fotos, die er mir schicken wollte. und es spricht ja auch nix dagegen, wir sind ja nicht im bösen auseinander, höchstens im verbitterten.

und wie wir da so eine weile skypen, kommen wir natürlich auch auf “uns” zu sprechen. nachdem er mir geschrieben hatte, dass er auf der suche nach hilfe für sein – gelinde ausgedrückt – beziehungsproblem ist, fragte ich mal nach, wie es denn damit inzwischen aussieht. und ja, er hat tatsächlich die erste stunde hinter sich.

allerdings ist er noch immer auf dem “ich mach das alles mit mir allein aus, schließlich bin ich ein echter kerl”-stand. nun gut, auch das wird er noch lernen. viel wertvoller aber war in diesem chat die erkenntnis, die ich gewonnen habe: ich bin ihm weit voraus. ich bin gesünder im kopf als er. und das, meine lieben, ist nun wirklich ein riesengroßer schritt.

p.s.: achja, den twitteraccount gibts auch nicht mehr. *puh*

Verfasst von: kopfgefickt | 23. Januar 2010

erstaunlich

…ruhig und gefasst bin ich. erstaunlich sachlich ihm gegenüber. seit mittwoch kamen keine tränen mehr und auch, wenn mir die meldung, dass eine mail von ihm gekommen ist, immer noch das herz in die hose rutschen lässt, so kann ich doch sehr ruhig damit umgehen. wir folgen uns bei twitter nicht mehr und bei facebook habe ich ihn auch gelöscht. einfach, weil ich nicht wissen möchte, was bei ihm demnächst passiert. welche bilder er mit welchen frauen hochlädt oder ob er seinen beziehungsstatus wieder zurück ändert.

ich will auch nicht wissen, ob seine ex jetzt wieder jede seiner statusmeldungen kommentiert. ich möchte an seinem leben nicht mehr teilhaben (müssen). das ist das seltsame an diesem leben 2.0, dass man eigentlich fast immer weiß, was jemand tut, weil er spuren hinterlässt, weil er als online angezeigt wird. früher war es einfach so: getrennt und weg. heute könnte man denjenigen theoretisch noch monatelang stalken und beobachten. wenn man wollte.

meine einzige sorge ist eigentlich: auf seinem handy hatte er mir einen twitteraccount angelegt und ich weiß nicht, ob es den noch gibt. denn wenn es so wäre, dann könnte er alle meine direct messages an andere lesen, in denen es oft um ihn ging (geht). ich glaube eigentlich nicht, dass er das tut, aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich meine neugier da zurückhalten könnte. also vertraue ich auf seinen anstand und gehe davon aus, dass er den account gelöscht hat.

warum  aber bin ich so ruhig? so gar nicht wirklich traurig? lässt es mich kalt? waren die gefühle doch nicht so groß? ich denke, es waren sehr große gefühle und allein die dauer des ganzen und das hin und her haben mich kraft gekostet. soviel kraft, dass mein herz ganz froh ist, dass die zerrerei an ihm nun vorbei ist. andererseits habe ich mit dem gedanken, es zu lassen und aufzugeben schon seit dem jahresende gespielt. die tage bei und mit ihm haben meine gefühle wieder aufgewärmt, allerdings war auch schon vorher ein knacks in der geschichte. soviel, über das ich mich geärgert habe und was mich gestört hat. und als letztes kommt tatsächlich hinzu, dass mein selbstwert gewonnen hat. dass ich gesagt habe: das lasse ich nicht mehr mit mir machen, das habe ich nicht nötig. und es kommt auch endlich langsam der stolz auf mich hinzu. der stolz auf meinen selbstwert, die erkenntnis, dass ich nicht alles mitmachen muss, um die illusion des geliebtwerdens zu erhalten. sondern dass es menschen gibt, die mich um meiner selbst mögen, und nicht, weil ich mich jetzt “richtig” verhalten oder einen test bestanden habe. menschen, die kontinuierlich für mich da sind und nicht nur dann, wenn sie gerade lust darauf haben. menschen, die hinter mir stehen, weil ich ich bin. das tut gut und das tröstet. und die erkenntnis des ganzen ist alles andere als ein babyschritt.

Verfasst von: kopfgefickt | 21. Januar 2010

aus…

aus und vorbei ist es. und es ist gut.

denn endlich kann ich zur ruhe kommen. endlich hat der nervenkrieg und das warten ein ende. endlich muss ich nicht mehr zwischen hoffen und verzweifeln pendeln.

diese zeit hat mich kraft gekostet, und nerven und tränen. aber sie hat mir noch mehr gebracht. denn ich habe tränen geweint, die ich lange nicht hatte und ich habe mich ihrer nicht geschämt. nicht vor mir, nicht vor ihm und nicht vor anderen. ich habe liebeskummer, ja, aber ich genieße den schmerz und heiße ihn willkommen, zeigt er mir doch, dass ich wieder lebe.

die einkehrende ruhe in kombination mit dem süßen ziehen des schmerzes macht mich sehr zufrieden, denn es geht vorwärts. nicht rückwärts. und genau das wollte ich doch. und hier folgt kein aber.

Verfasst von: kopfgefickt | 19. Januar 2010

hin- und hergerissen

bin ich. zwischen zwei liedern, die beide sehr genau auf meine momentane stimmung passen. zum einen das hier:

es erinnert mich an die erste nacht bei ihm, als ich mich bis um halb drei im bett wälzte und nicht wirklich schlafen konnte. eingeschlafen bin ich erst, als er mich fest in den arm nahm und hielt. dabei bin ich ein mensch, der sonst ganz schlecht damit umgehen kann, wenn jemand neben mir liegt. normalerweise mach mich das irre und ich schlafe schlecht. bei ihm ist das anders.

andererseits fühle ich dieses lied. denn er hat zwei gesichter. das, wenn wir zusammen sind und das “getrennt”-gesicht.

und ich weiß nicht, wie lange ich es noch ertrage. bevor ich den senden-button klicke. denn eine nachfrage, was denn nun seine denkprozesse machen, blieb – wie nicht wirklich anders erwartet – ohne reaktion.

Verfasst von: kopfgefickt | 18. Januar 2010

herzblut, herz bricht

noch liegt die mail in den entwürfen. noch wage ich nicht, sie abzuschicken. ich warte darauf, dass der schmerz mein herz zum überlaufen bringt und dann klicke ich den senden-button…

lieber m.,

auch ich habe viel nachgedacht. und die zeit wirken lassen, die gesamte zeit seit oktober. und ich habe beschlossen, ich gebe auf. ich habe weder die kraft noch die lust, gegen die dämonen aus deiner vergangenheit zu kämpfen. mich gegen eine wand zu fühlen.

offenbar bin ich einfach nicht die frau, die bei dir das bedürfnis auslöst, dein ich einem wir zumindest ein wenig anzupassen. offenbar bin ich nicht die frau, die es erträgt, dass deine kompromisse bedeuten, dass du dein leben weiterlebst wie bisher ohne rücksicht auf verluste. offenbar bin ich nicht die frau, die dich dazu bringt, dich deine dämonen aus der vergangenheit vergessen zu lassen. offenbar bin ich nicht DIE frau für dich.

gefühle sollten keiner überlegung bedürfen. ratio ist der feind von emotio. das war schon immer so und wird es auch bleiben. in dem moment, in dem ich darüber nachdenken muss, wie meine gefühle sind, habe ich nicht genug. oder ich zerdenke sie. und das scheint mir bei dir der fall zu sein.

ich habe es versucht und ich weiß, dass es dieses eine mal nicht an mir scheitert. es scheitert an angst, unbewältigter vergangenheit und freiheitsdrang – aber dieses mal eben nicht von mir. es scheitert so, wie viele männer an mir gescheitert sind und vielleicht habe ich es nicht anders verdient, als es auch einmal erfahren zu müssen, wie es sich anfühlt, wenn man sich hingibt und den anderen lässt das kalt. denn das ist es, was ich bei dir fühle. ich habe dir am montag gesagt, ich zeige dir seit oktober meine kehle. ich war immer offen zu dir. und ich habe rücksicht auf deine ängste genommen, mich zurück genommen, weil ich nicht wollte, dass du dich eingesperrt fühlst. habe dich so hingenommen, wie du warst. aber es geht nicht mehr. ich gehe daran kaputt.

ich habe dir geschrieben, was ich suche, brauche. und das bekomme ich von dir nicht. und wenn doch, dann gefühlt nur als gefallen. nicht aber, weil du das bedürfnis hast. du brauchst dich nicht nicht bei mir zu melden, wenn du es nur tust, um mir einen gefallen zu tun. ich möchte, dass du selbst das bedürfnis hast, dich zu melden. weil du mich vermisst, nicht genug von mir bekommen kannst und jeden kontakt genießt. ich brauche niemanden, der mir das gefühl gibt, er tut dinge aus pflichtgefühl. das gibt mir das gefühl, unerwünscht und lästig zu sein. das hatte ich mein leben lang, irgendwann reicht es. irgendwann ist jetzt. ich möchte das gefühl haben, geliebt zu werden. das habe ich, solange wir zusammen sind. aber es scheint, als wären unsere städte zwei planeten in zwei verschiedenen galaxien. denn kaum sind wir getrennt, habe ich das gefühl, ich mache dir permanent angst vor dem eingesperrtsein.

es macht mich sehr traurig, dass es so ist, wie es ist, und ich würde mir nichts mehr wünschen, als dass ich mich irre. aber es macht mich auch ruhiger. denn ich treffe eine entscheidung für mich und mein seelenheil.

ich hab dich sehr lieb. nein, ich liebe dich. danke für alles und viel glück bei der suche nach DER frau, die dich zähmen kann.

Verfasst von: kopfgefickt | 14. Januar 2010

nebenwirkungen citalopram

mann, ist das nervig.

kaum nehme ich wieder die volle dosis citalopram, also 20 mg, kommen die dinge zurück, die keiner brauchen kann. mir ist wieder schlecht und der mund wie wüste. ich bin auch wieder müder, aber das sollte ziemlich bald nachlassen. nur die übelkeit und der trockene mund begleiten mich ebenso zuverlässig wie die sofort wieder einsetzenden orgasmusschwierigkeiten.

ich nehme das zeug jetzt seit ende november, es geht mir ohne zweifel besser und es ging mir auch mit der halben pille nicht schlechter. allerdings traue ich mich in meinem momentanen zustand nicht, auf die halbe zurück zu gehen, weil ich befürchte, dass dann die traurigkeit wieder oberhand gewinnt. also weiter abwarten und sehen, wie sich das alles entwickelt. und anfang februar hab ich ja wieder einen termin mit der psychiaterin.

Verfasst von: kopfgefickt | 13. Januar 2010

traurig macht müde

traurig bin ich. so traurig, dass es mir wehtut und die kraft raubt. nach einem nicht versiegen wollenden tränenstrom am montag war ich gestern recht gefasst. fast fröhlich. aber jetzt merke ich, wie müde mich die traurigkeit macht. seit montag nehme ich wieder die volle dosis citalopram, ich denke, sonst würde es mir noch schlechter gehen.

am liebsten würde ich mich in mein bett legen und schlafen. schlafen, bis der schmerz vorüber ist. aber er schleicht sich immer wieder in meine träume. intensiv. ich kann ihn riechen im traum, spüre seine berührungen. dann rutsche ich in die richtung, aus der die berührung zu kommen scheint und bemerke, dass ich allein bin. und bin traurig.

ich weiß nicht, ob ich ihn je wieder sehe. ich weiß nicht, ob ich ihn je wieder küsse oder halte. ich weiß nicht, wo das enden wird. es hängt alles davon ab, ob er den mut hat, über seinen schatten zu springen und sich die zukunft nicht von den schlechten erfahrungen der vergangenheit kaputt machen zu lassen. ob er den mut hat, sich selbst die gefühle, die ich in seinen augen gesehen und in seinen berührungen gespürt habe, einzugestehen. ob er bereit ist, für ein WIR sein ICH anzupassen.

ich warte also ab, aber ich warte nicht mehr lange. denn ich bin zu traurig, um noch mehr energie zu verschwenden.

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